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Gentest oder Leberbiopsie?

Vor der Entdeckung des Hämochromatosegens HFE war für die sichere Diagnose der Hämochromatose immer eine Leberbiopsie (Entnahme von Lebergewebe mit einer Nadel durch die Haut) notwendig. Mittlerweile kann die Hämochromatose auch genetisch diagnostiziert werden. Allerdings gibt es immer noch Gründe, bei einigen Patienten eine Leberbiopsie durchzuführen:

Negativer (unauffälliger) Gentest
Muß aufgrund der Laborwerte (z.B. Ferritin oder Transferrinsättigung) eine Hämochromatose vermutet werden und ist der Gentest unauffällig, muß in jedem Fall eine Leberbiopsie durchgeführt werden. Etwa 10% der Hämochromatosepatienten tragen nicht die typischen Mutationen. Hier kann die Hämochromatose nur durch eine Leberbiopsie diagnostiziert werden. Außerdem existieren andere Ursachen einer Eisenüberladung, die durch die Leberbiopsie von einer genetischen Hämochromatose unterschieden werden können.
     
Leberschaden
Finden sich bei der körperlichen Untersuchung oder den Laborwerten Hinweise für einen Leberschaden, sollte unabhängig von dem Gentest eine Leberbiopsie durchgeführt werden. Zum einen werden auf diese Weise auch andere Lebererkrankungen erkannt, zum anderen könnte ein narbiger Umbau des Lebergewebes (Leberzirrhose) vorliegen. Eine Leberzirrhose läßt sich mit der Leberbiopsie erkennen und hat bei der Hämochromatose ein hohes Tumorrisiko zur Folge. Bei betroffenen Patienten sollten dann zur Früherkennung regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden.
 
    
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