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Definition der Hämochromatose

Die klassische (primäre oder hereditäre) Hämochromatose ist eine Erkrankung, bei der eine pathologischen Eisenspeicherung vorliegt. Ursache der Hämochromatose ist eine gesteigerte intestinale Resorption von Eisen im oberen Dünndarm (insbesondere im Duodenum).

Das aufgenommene Eisen wird in spezifischen Organen abgelagert. Hierzu zählen insbesondere Leber (Hepatomegalie, Fibrose, Zirrhose), Herz (dilatative Kardiomyopathie, Rhythmusstörungen),
Pankreas (Diabetes), Hypophyse (hypogonadotroper Hypogonadismus) und Gelenke (Arthropathie).

Einteilung der Eisenüberladung:

Hereditäre (primäre) Hämochromatose

  • häufigste Form der Hämochromatose
  • autosomal rezessiver Erbgang
  • homozygote C282Y-Mutation des Hämochromatosegens bei über 80% der Patienten (HFE-assoziierte Form)
  • selten ohne typische Mutationen im Hämochromatosegen HFE (nicht HFE-assoziiert)

Juvenile Hämochromatose

  • seltene erbliche Form der Hämochromatose
  • vermutlich autosomal rezessiver Erbgang
  • genetischer Defekt bislang unbekannt (auf Chromosom 1 lokalisiert)
  • klinisches Bild vergleichbar mit der klassischen primären Hämochromatose
  • frühe Manifestation (Alter 20-30)
  • schwere Verlaufsform, oft Herzbeteiligung und Hypogonadismus

Neonatale Hämochromatose

  • sehr seltene Form der Hämochromatose
  • vermutlich autosomal rezessiver Erbgang
  • genetischer Defekt bislang unbekannt
  • Auftreten bereits im Kindes- oder Neugeborenenalter

Erworbene oder sekundäre Eisenüberladung

  • ältere Definition auch "sekundäre Hämochromatose"
  • ineffektive Erythropoese bei gestörter Häm-Synthese und/oder Hämolyse als häufige Ursache
  • Thalassämie und sideroblastische Anämie als häufige Grunderkrankungen
  • Auftreten insbesondere bei häufigen Bluttransfusionen

Prävalenz der hereditären Form:

Zwischen 5 und 10% der Bevölkerung (Europa) gelten als heterozygote Anlageträger der Mutation (C282Y-Mutation des Hämochromatosegens HFE). Die Häufigkeit homozygoter Anlageträger liegt zwischen 1:400 und 1:200. Damit gilt die Hämochromatose als die häufigste autosomal rezessive Erberkrankung.

    
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